Atlas Elektronik GmbH

Der Schock saß tief: „Very good indeed“ hatte Sir Joseph Whitworth über die Produkte des sächsischen Maschinenbauers Zimmermann geurteilt. Vor 150 Jahren, 1862, hatte Whitworth als Jurymitglied der Weltausstellung in London nicht nur die britischen Industriellen schockiert, sondern auch nichtsahnend die Grundlage für ein Gütesiegel geschaffen, das weltweit als Versprechen herausragender Qualität seinesgleichen sucht – „Made in Germany“.

Nach Withworth Urteilsspruch versuchte die britische Industrie mit der Herkunftsbezeichnung „Made in Germany“ die vermeintlich minderwertigen Produkte zu stigmatisieren. Tatsächlich machten die Deutschen aus dem Stigma ein Qualitätssiegel: Präzision, Zuverlässigkeit, die Begeisterung für Neues und Besseres – das sind die Eigenschaften, die deutschen Ingenieuren und Naturwissenschaftlern seither zugeschrieben werden.

Die deutschen Untenehmen begeistern sich seit jeher für vieles: Maschinenbau, Chemie und Pharmazie, Autos, Flugzeuge oder Verteidigungsgüter – gemein ist ihnen ihr hoher Anspruch an Qualität.

Mit diesem Anspruch an sich selbst wird Deutschland dauerhaft von der Globalisierung der Wertschöpfungsketten profitieren, ohne die Entwertung des Qualitätssiegels „Made in Germany“ fürchten zu müssen: Wenn Unternehmen sich unbeirrt vor allem an ihrer Qualität messen lassen, übertragen sie diesen Anspruch auf ihre ausländischen Zulieferer – nirgendwo wächst die Nachfrage nach deutschen Qualitätsprodukten stärker als dort, wo die Produzenten billiger Massenware sitzen.

So hat es Deutschland geschafft, Qualität selbst zu einem Exportgut zu machen: Das Deutsche Institut für Normung oder auch der TÜV setzen bereits weltweit Maßstäbe für Qualität und deren Überprüfung. Deren Siegel zu tragen ist nicht nur ein Frage der Ehre, sondern eine Frage von Marktzugang und Zulassung geworden.

Nun gilt es, das Versprechen von „Made in Germany“ weiterzuentwickeln: Deutsche Unternehmen müssen auch außerhalb Deutschlands produzieren und doch vom Ruf deutscher Qualität profitieren können, wenn sie die in Deutschland gestellten Ansprüche erfüllen.

„Engineered in Germany“ oder „Made by ThyssenKrupp, Daimler oder Siemens“ müssen die Qualitätssiegel der Globalisierung werden, weil deutsche Unternehmen durch ihre Qualität eigene Maßstäbe setzen – so wie ATLAS ELEKTRONIK den Maßstab für Sicherheit auf See bestimmen will.

Das ist die Antwort Deutschlands auf die Herausforderung der Globalisierung: Die Globalisierung deutscher Qualitätsansprüche.

Dieter Rottsieper
Geschäftsführer Atlas Elektronik GmbH