BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

Ein wesentlicher Teilaspekt der Qualität von Stoffen, Produkten und Anlagen ist ihre Sicherheit. Von ihrem Gebrauch oder Betrieb darf keine Gefahr für Leben und Gesundheit von Mensch und Tier, für die Gesellschaft oder die Umwelt ausgehen. Der Sicherheitsaspekt hat immer zum Erfolg der Marke „Made in Germany“ beigetragen und wird in der Zukunft eher noch an Bedeutung gewinnen. Die Gewährleistung einer hinreichenden Sicherheit ist die Erwartung der Verbraucher, sie ist aus Gründen der Produkthaftung wesentlich für den Produzenten und sie ist eine grundgesetzlich verankerte Aufgabe des Staates. Dieser Aufgabe ist die BAM Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung gemäß ihrer Leitlinie „Sicherheit in Technik und Chemie“ verpflichtet.

Die Gewährleistung der Sicherheit kann heute beim freien Warenverkehr im EU-Binnenmarkt nur von allen EU-Mitgliedstaaten gemeinsam bewältigt werden. Ein grundlegender Bestandteil europäischer Qualitätspolitik ist die Eigenverantwortung der Wirtschaftsakteure.

Für viele Stoffe und Produkte geben europäische Richtlinien nur die grundlegenden Sicherheitsanforderungen vor. Die Festlegung technischer Spezifikationen, die sich daraus für einzelne Stoffe, Produkte oder Produktgruppen und Geräte ergeben, erfolgt in den harmonisierten europäischen Normen. Es liegt im Interesse Deutschlands, dass sich die Unternehmen und die zuständigen Behörden am Normungsprozess sowohl auf der deutschen als auch der internationalen Ebene beteiligen, um ihr Know-how einzubringen und ihre Interessen zu vertreten. Neben den Produkt- und Prüfnormen sind auch die horizontalen Normen wie z. B. die der Normenserien DIN EN ISO 9000 oder DIN EN ISO/IEC 17000 bedeutsam, die wichtige Rahmenbedingungen festlegen, unter denen auch die deutsche Wirtschaft im internationalen Wettbewerb bestehen muss.

Die BAM wirkt zurzeit in ca. 600 Normungs- und Regelsetzungsgremien mit, national wie international. Die Schwerpunkte ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit liegen in der pränormativen Forschung, in der Weiterentwicklung von Prüf- und Analyseverfahren, in der Vervollständigung und Vertiefung sicherheitsrelevanter Erkenntnisse sowie der Aufklärung von Schädigungsmechanismen und der Untersuchung des Materialverhaltens. Durch die Veröffentlichung der Ergebnisse und Mitarbeit in Gremien leistet sie ihren Beitrag, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und die Qualität und Sicherheit ihrer Produkte und Dienstleistungen auch in der Zukunft sicherzustellen.

Prof. Dr. Manfred Hennecke
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung