Interview mit Tom Schönherr

Seit 25 Jahren trägt das Stuttgarter Designstudio Phoenix Design zum Entstehen von Markenprodukten bei, die fester Bestandteil deutscher und internationaler Alltagskultur geworden sind – Sanitärarmaturen, Fernsehgeräte, Schreibgeräte, Mobiltelefone und vieles mehr. Der Auftritt von Unternehmen wie Hansgrohe, Loewe, Viessmann, Duravit und anderen ist von den Stuttgartern beeinflusst. Die Kombination aus Qualität und Design hebt Marken wie diese vom Wettbewerb ab und macht sie am Weltmarkt erfolgreich. Die DGQ sprach mit Tom Schönherr, Mitgründer und Mitgesellschafter von Phoenix Design, über den Blick des Designers auf Qualität.

DGQ: Herr Schönherr, wie entsteht die optimale Mischung aus Design und Qualität?

SCHÖNHERR: Wenn wir definieren, dass wir unter allen Umständen maximale Qualität erreichen wollen, so ist das eine strategische Überlegung, die sich unmittelbar auf den kreativen Prozess auswirkt. Für uns gehören Kreativität und Strategie zusammen. Qualität spielt eine Schlüsselrolle, sie ist nicht verhandelbar. Der Drang, die Qualität eines Produkts immer noch weiter zu verbessern und nicht locker zu lassen, bis alle an dem Punkt angekommen sind, ist essenziell.

DGQ: Phoenix steht für das Design vieler Produkte „Made in Germany“. Was macht den Erfolg dieses Designs aus?

SCHÖNHERR: Manche der Produkte, die wir vor mehr als 20 Jahren entworfen haben, sind heute noch auf dem Markt. Bei hochwertigem Design, das auf die Produktqualität abstrahlt, geht es nicht in erster Linie um den Namen des Designers. Wir haben die Unternehmen dafür sensibilisiert, dass es sich beim Design um einen wichtigen strategischen Prozess und um Markenbildung handelt. Und, dass dies ein Prozess ist, der Jahre dauert. Das macht den Erfolg aus.

DGQ: Wie schafft man es, so lange konstant innovativ zu bleiben und gleichzeitig Designqualität auf höchstem Niveau zu liefern?

SCHÖNHERR: Das Erfolgsrezept liegt in einer leidenschaftlichen, kreativen Unruhe in Verbindung mit der Fähigkeit, mit kühlem Kopf zu analysieren, wie sich etwas verbessern lässt. Um maximale Qualität zu erreichen, haben wir ein Qualitätsmanagement installiert. Indem wir verschiedene Designteams haben, die zum Teil an sehr unterschiedlichen Projekten arbeiten, schaffen wir Strukturen, um einen kreativen Austausch zu ermöglichen – mit Designkreisen, in denen ein Team, das nicht in ein laufendes Projekt involviert ist, dieses Projekt bewertet und sozusagen „von außen“ wichtige Impulse gibt, und mit der Einbindung von Jungdesignern, deren frische Herangehensweise wir sehr schätzen. Wir machen die Erfahrung, dass sich in klar strukturierten Prozessen das kreative Potenzial optimal entfalten kann.