Leoncini Beteiligungsverwaltung GmbH

Ursprünglich von den Engländern am Ende des 19. Jahrhunderts als Warnung vor minderwertigen ausländischen Produkten eingeführt, hat sich „Made in Germany“ zu einem weltweit anerkannten Siegel für hervorragende Produktqualität entwickelt. Inzwischen laufen wir Gefahr, dass von „Made in Germany“ nur noch „Designed in Germany“ übrig bleibt. Immer weniger junge Menschen wollen technische Berufe ergreifen. Sie sind aber Voraussetzung dafür, dass wir auch in 20 Jahren noch Produkte in Deutschland herstellen.

In einer zunehmend digitalen und auf Dienstleistungen fokussierten Gesellschaft besteht die Gefahr, das Qualität ein virtueller, nicht mehr greifbarer Begriff wird, da die Produkte, anhand derer man Qualität erfahren kann, immer weniger werden. Es erfordert einen Paradigmenwechsel bereits in den ersten Schuljahren, indem bereits dort die Lust am Erschaffen von „anfassbaren“, im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbaren“ Produkten geweckt wird. Es muss in den jungen Menschen wieder die Freude an der Technik geweckt werden. Der Beruf des Ingenieurs, Technikers und Handwerkers braucht die gesellschaftliche Stellung, wie es in den Gründungszeiten der Bundesrepublik der Fall war. Dann sind wir auch in der Lage, mit diesen Menschen Qualität zu erschaffen, und zwar real und nicht nur in der virtuellen Welt.

„Qualität“, so sagt der Volksmund, kommt von „quälen“. So wie der Sportler weiß, dass er oder sie ohne Qualen keine Höchstleistungen vollbringen kann, so muss die kommende Generation auch lernen, dass Qualität im Produkt nur durch Anstrengung zu erlangen ist, dass es sich aber lohnt und eine hohe Befriedigung nach sich zieht, abgesehen von dem sich fast automatisch einstellenden wirtschaftlichen Erfolg.

Thomas Claussen
Geschäftsführer, Leoncini Beteiligungsverwaltung GmbH