Matthew Barsalou

Der Begriff „Made in Germany“ war ein weltbekanntes Qualitätskennzeichnen. Zu oft sagen Mitarbeiter verschiedener Industrien: „So war es immer“, „Besser geht nicht“ oder „Wir liefern gute, deutsche Qualität, wir müssen nichts ändern.“ Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Es ist nicht so, dass unsere Qualität nachgelassen hätte; andere Länder haben sich verbessert. Was für eine Chance hat unsere Wirtschaft gegen Niedriglohnländer, wenn diese Länder Qualität auf deutschem Niveau liefern können? „Made in Germany“ als Qualitätskennzeichnen gibt es nicht geschenkt; es muss verdient werden.

Wie machen wir weiter? Die Antworten erscheinen simpel:

  • Qualitätsmanagement:
    Zertifizierungen nach ISO 9001:2008 sind typisch für den deutschen Mittelstand. Die Qualitätsmanagementverfahren müssen für die Prozesse optimal angepasst werden. Den festgelegten Verfahren ist zu folgen, und die QM Dokumentationen ständig anzupassen. Also genau so, wie die Norm es fordert.
  • Ständige Weiterentwicklung des Qualitätsniveaus:
    Vom kleinen Unternehmen bis zum großen Konzern sind kontinuierliche Verbesserungen nötig. Auch ein Marktführer darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Die Konkurrenz entwickelt sich weiter. Was noch im letzten Jahr als „gut genug“ galt, wird schon im nächsten „nicht ausreichend“ sein.
  • Beherrschung der Qualitätswerkzeuge:
    Um etwas zu erreichen bedarf es Methodik. Im strategischen und operativen Qualitätswesen sind die bekannten Qualitätswerkzeuge zu beherrschen und auch zu benutzen. Vom Ablaufdiagrammen bis zum Ursache-Wirkungs-Diagramm – die Werkzeuge sind für Fließbandmitarbeiter und Führungskräfte gleichermaßen geeignet.
  • Optimale Nutzung unserer hochausgebildeten Fachleute:
    Das deutsche Ausbildungssystem sucht weltweit seinesgleichen. Dennoch sind unsere Fachkräfte im Vergleich zu unausgebildeten Arbeitern in Niedriglohnländern kostenmäßig unökonomisch. Im Vorteil sind wir nur dann, wenn wir das volle Potential unserer Fachkräfte ausschöpfen.
  • Eine neue Mentalität:
    Im Zeitalter der Globalisierungen müssen wir verstehen, dass das Wirtschaftswunder Geschichte ist. Die Globalisierungen ist da, ob wir wollen, oder nicht. Unsere Produkte werden mit Fremdprodukten verglichen. Wir werden unser Position auf dem Weltmarkt verlieren, wenn wir nicht konkurrenzfähig bleiben.

So einfach diese Lösungen scheinen, so schwer könnte die Durchführung werden. Wenn es einfach wäre, hätte es jeder schon getan. Und wenn wir es nicht tun, dann tut es ein Anderer.

Matthew Barsalou