Miele & Cie. KG

Noch vor gut zehn Jahren genossen die Sicherung und Stärkung unseres Industriestandorts nicht gerade allerhöchste Priorität. Die „digitale Revolution“ befeuerte die Fantasien von Politikern, Managern und Beratern. Die „Transformation in die Dienstleistungsgesellschaft“ schien das Gebot der Stunde.

Die gute alte „deutsche Wertarbeit“ drohte zu einem sympathischen Anachronismus zu verkommen. Dann folgten die zwei schwersten Wirtschaftskrisen seit Gründung der Bundesrepublik. Heute stehen wir bei Wachstum, Export und auf dem Arbeitsmarkt glänzend da – und dies nicht zuletzt dank einer ungebrochenen Qualitätsorientierung in den Unternehmen. Mehr denn je beflügelt die „deutsche Wertarbeit“ unser Ansehen in der Welt.

Qualität ist indes nichts Virtuelles, Qualität ist real. Je nach Produkt kann man sie sehen, fühlen, hören, schmecken. Qualität ist das Ergebnis harter Arbeit, intensiver Forschung und steten Strebens nach Perfektion. Die Gründer unseres Unternehmens brachten diesen Anspruch mit ihrem Leitmotto „Immer besser“ auf den Punkt. Qualität im Sinne deutscher Wertarbeit erwächst aus der Tradition erstklassiger Universitäten und Ingenieurkunst, verkörpert durch den Pionier- und Erfindergeist von Unternehmern wie Robert Bosch, Gottlieb Daimler oder Konrad Henkel. Sie fußt auf dem Respekt vor den Mitarbeitern und den Bedürfnissen der Kunden,  die in unserem Fall nicht nur Zuverlässigkeit und Langlebigkeit erwarten, sondern auch an Leistung, Vielseitigkeit, Komfort, Energieeffizienz, Design und Service höchste Ansprüche stellen. Qualität ist ein auf nachhaltigen Unternehmenserfolg ausgerichtetes Commitment, das Eigentümer, Manager, Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden miteinander eingehen. Qualität kostet Geld, hat aber ihren Wert. Kunden in aller Welt wünschen sich Qualität und sind dafür bereit zu bezahlen. All dies macht Qualität zu einem unverzichtbaren Wertmaßstab zur Sicherung von Wohlstand und Arbeitsplätzen in Deutschland.

Um unseren Qualitätsstandort zu stärken, brauchen wir vor allem hervorragend ausgebildete junge Menschen. Deshalb müssen wir unsere Hochschulen und Fachhochschulen weiter stärken, ohne aber das betriebliche Ausbildungswesen zu vernachlässigen, um das man uns überall auf der Welt beneidet. Es muss wieder stärker gelingen, junge Menschen schon in der Schule für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Überdies müssen wir fortwährend überprüfen, ob der Staat die Wirtschaft durch zu viel Bürokratie unnötig gängelt und das Steuerrecht durch falsche Anreize, Forschung und Innovationen hemmt.

Es gilt, die Qualität zu sichern, die Kunden im Sinne deutscher Wertarbeit von einem Produkt „Made in Germany“ völlig zu Recht erwarten. Wer diese hohen Erwartungen nicht erfüllt, wird vom Markt unverzüglich abgestraft. Am Hochlohnstandort Deutschland ist die Verbindung von Innovation und Qualität das wesentliche Differenzierungskriterium im weltweiten Wettbewerb.

Schließlich und endlich brauchen wir einen breiten gesellschaftlichen Konsens zur Bedeutung von Unternehmertum und Wachstum für die Zukunft der Gesellschaft. Dies beinhaltet auch und gerade ein intelligentes Verständnis für die Verbindung von Ökonomie, Ökologie und Sozialem.

Dr. Markus Miele,
Geschäftsführender Gesellschafter, Miele & Cie. KG